Mobilitätsstationen Berlin TXL

Einleitung

Ein halbes Jahr nach der Eröffnung des Flughafens BER wurde der Flughafen Berlin-Tegel geschlossen. Auf dem Areal entsteht ein Zukunftsstandort mit zwei zentralen Projekten: Berlin TXL – The Urban Tech Republic, ein Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien, und das Schumacher Quartier, ein Wohngebiet mit rund 5.000 Wohnungen.

In der Urban Tech Republic werden künftig rund 800 Unternehmen mit etwa 17.500 Beschäftigten tätig sein. Zudem zieht die Beuth Hochschule mit über 2.500 Studierenden in das ehemalige Terminalgebäude ein. Im Fokus stehen zukunftsweisende Themen wie nachhaltige Mobilität, Energieeffizienz, Recycling und digitales Infrastrukturmanagement. Berlin TXL – The Urban Tech Republic ist ein derzeit in Europa, wenn nicht weltweit, einzigartiges Vorhaben.

Für den Erfolg des Standorts ist eine leistungsfähige ÖPNV-Anbindung entscheidend. Mobilitätsknotenpunkte, sogenannte Mobility Hubs, sollen den nahtlosen Umstieg zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln ermöglichen und als sichtbare Orte urbaner Mobilität dienen. Sie werden modular aufgebaut und beinhalten unter anderem ÖPNV-Haltestellen, Fahrradstellplätze, Carsharing-Flächen, Ladestationen, Kurzzeitparkplätze, Taxistände sowie ergänzende Services wie Kioske oder Paketstationen.

Ausschreibung

Das Projekt wurde im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens mit Teilnahmewettbewerb vergeben. Unser Gestaltungskonzept überzeugte die Jury in allen Bewertungskriterien und wurde mit der höchsten Punktzahl ausgezeichnet.

Gestaltungskonzept

Das Gestaltungskonzept für die Mobility Hubs auf dem ehemaligen Flughafenareal TXL basiert auf einem respektvollen Umgang mit dem Ort und seiner einzigartigen Geschichte. Typische Elemente wie rot-weiß karierten Gebäude und farbige Markierungen auf dem Rollfeld werden gestalterisch aufgegriffen und neu interpretiert. Die Module – angelehnt an die Ästhetik von Hangars – sind flexibel einsetzbar und übernehmen je nach Ausstattung unterschiedliche Funktionen wie WC, Kiosk oder Fahrradbox.

Die Hubs sollen als lebendige, barrierefreie und wandlungsfähige Orte gestaltet werden. Durch den Einsatz innovativer, nachhaltiger Materialien und moderner digitaler Technik entsteht ein zeitgemäßes und benutzerorientiertes Nutzungserlebnis.

Zentrales Gestaltungselement ist die dynamische Rhombusform, inspiriert vom Grundriss des Flughafenterminals und Flugzeugflügeln. Sie verbindet Boden-, Wand- und Dachelemente zu einem konsistenten, skalierbaren System und schafft Wiedererkennbarkeit auch bei räumlich getrennten Modulen.
Ein markantes, schraffiertes Leitsystem – angelehnt an die Rhombusform – führt Nutzer visuell und physisch durch die Stationen und stellt auch bei dezentralen Modulen einen räumlichen Zusammenhang her.

Funktionalität steht im Vordergrund: Die modularen „Hangars“ ermöglichen unterschiedlichste Nutzungen ohne komplexe Sonderlösungen. Digitale Interfaces an Boden, Wand oder Dach kommunizieren mit den Nutzer:innen und machen z. B. Ladezustände oder verfügbare Angebote sichtbar.
Insgesamt vereint das Konzept gestalterische Identität, funktionale Flexibilität, digitale Interaktion und ökologische Verantwortung – und nutzt die Chance, auf dem Gelände von TXL ein zukunftsweisendes Mobilitätsprodukt zu realisieren.

Daten

Auftraggeber:Tegel Projekt GmbH
Zeitraum:Designkonzept / Angebot 2017