Fahrradparkhaus

Idee

Vollautomatische Fahrradtürme bieten eine platzsparende Lösung für urbane Räume, indem sie Fahrräder vertikal statt flächig unterbringen – ideal für Bahnhofsbereiche oder Innenstädte. Sie sind zugangsgeschützt und bieten damit hohe Sicherheit vor Diebstahl und Vandalismus. Gleichzeitig sorgen sie für Witterungsschutz, was besonders E-Bikes zugutekommt. Als Teil einer modernen Radinfrastruktur fördern Fahrradtürme eine nachhaltige und zukunftsorientierte Mobilität – ein klares Signal für die Verkehrswende.

Gestaltung

Die Stahlkonstruktion des Fahrradturms ist mit einer Holzfassade in charakteristischer Lamellenstruktur ummantelt. Diese Ausführung verbindet ästhetische und funktionale Anforderungen: Die Lamellen ermöglichen eine natürliche Belüftung des Innenraums, bieten gleichzeitig Einblickschutz und verleihen dem Baukörper eine wertige, zurückhaltende Erscheinung. Die Verbindung aus technischer Präzision und gestalterischer Qualität macht die Anlage zu einem funktionalen und architektonisch integrierten Element im städtischen Umfeld.

Technischer Aufbau und Funktionalität

Auf einer Palette können gleichzeitig bis zu zwölf Fahrräder von beiden Seiten abgestellt werden. Die Fahrräder werden sicher innerhalb der Box untergebracht. Zusätzlich bietet jede Box Platz für Zubehör wie Helm oder Korb.
Die Paletten werden vollautomatisch im Turm auf die jeweils verfügbare Etage transportiert und dort eingelagert. Das System arbeitet effizient und nutzerfreundlich. Bei einer Grundfläche von nur ca. 8 × 8 Metern und einer Höhe von 11 Metern bietet die Anlage Platz für insgesamt 120 Fahrräder.

Realisierung Radhaus Offenburg

Im Sommer 2013 eröffnete die Stadt Offenburg das erste vollautomatische Fahrradparkhaus Deutschlands – das „Radhaus“ – auf der Ostseite des Bahnhofs. Mit diesem innovativen Projekt reagierte die Stadt auf die hohe Anzahl wild abgestellter Fahrräder und den steigenden Bedarf an sicheren Abstellmöglichkeiten für Pendler. Das fünfstöckige Gebäude bietet Platz für 120 Fahrräder, die auf zehn Paletten verteilt sind. Nutzer können ihre Räder mithilfe einer Chipkarte in separaten Boxen sicher und witterungsgeschützt abstellen. Die Bedienung erfolgt über zwei Touchscreen-Terminals, und bis zu zwölf Fahrräder können gleichzeitig eingestellt werden. Darüber hinaus wurde das Dach des Radhauses mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet, um erneuerbaren Strom zu erzeugen.

© Stadt Offenburg

© Stadt Offenburg

© Stadt Offenburg

© Stadt Offenburg

© Stadt Offenburg

Redesign zum RadParkHaus 2023

Im Jahr 2023 ging das Produkt an die Firma krauth technology über. In der Folge wurde das Radparkhaus an veränderte Anforderungen angepasst und einem umfassenden Redesign unterzogen. Ziel der Überarbeitung war es, sowohl die technischen Anforderungen – etwa breitere Fahrradlenker und digitale Zugangssysteme – als auch die gestalterische Qualität, wie unterschiedliche Fassadenvarianten, weiter zu verbessern und das System zukunftssicher auszurichten.

Fotomontagen

Fassadenvarianten

Daten

Auftraggeber:Stadt Offenburg / SMT GmbH
krauth technology GmbH
Zeitraum:Designentwicklung 2012 – 2013
Umsetzung 2013
Redesign 2023
Auszeichnungen:Deutscher Fahrradpreis, 2. Platz 2015